Warum Sinn Sinn macht und doch schwer zu verstehen ist

Picture by Ian Dooley via Unsplash

Ist das noch sinnvoll?

Wir sind Teil einer Gesellschaft die eigentlich alles hat und umso mehr vermisst.
Wir leben in einer Zeit, die immer mehr Menschen immer mehr ermöglicht, die sich immer schwerer tun etwas Neues zu starten.

Unsere steigende Lebenserwartung erlaubt mehrere Lebensentwürfe, aber Lebensübergänge werden immer schwieriger.
Wir haben die Auswahl und das überfordert uns. Wir haben Angst etwas zu verpassen oder falsch zu entscheiden. Wir haben alles und fühlen uns doch irgendwie leer.

Quo vadis?

Wir sind auf der Suche. Auf der Suche nach Glück, nach Erfüllung, nach Sinn. Doch nichts davon ist absolut oder allgemeingültig. Glück ist flüchtig, Erfüllung entsteht aus dem Kontext und Sinn ist sehr individuell.

Das geht natürlich nicht erst uns so. Spätestens seit Aristoteles stellen sich Philosophen und Geisteswissenschaftler die Frage nach einem erfüllendem und glücklichen Leben. Doch scheint die Frage nach dem Sinn in den letzten Jahrzehnten in den entwickelten Ländern immer relevanter zu werden. Und neben Psychologen beschäftigen sich vermehrt inzwischen auch Neurowissenschaftler, Ökonomen und Kulturwissenschaftler mit dem Thema.

Bei allen Unterschieden der wissenschaftlichen Ansätze finden sich häufig drei wesentliche Gemeinsamkeiten für ein erfülltes Leben:

  • Purpose: Menschen sind glücklicher und erfüllter, wenn sie sich entsprechend ihren Werten verhalten und einen tieferen Sinn für sich gefunden haben
  • People: Als soziale Wesen suchen Menschen Wertschätzung und Anerkennung von Mitmenschen, die Ihnen etwas bedeuten
  • Passion: Menschen ziehen Energie und Tatendrang aus der Begeisterung für ein Thema

Je nach Disziplin und Ansatz kommen noch spannende Ergänzungen hinzu, von Aristoteles z.B. ein Werte-orientiertes Handeln, von der positiven Psychologie rund um Seligman Zielerreichung und positive Erfahrungen, von Konfuzius lebenslanges Lernen, etc.

Sinn ohne Verstand

Jede dieser drei wesentlichen Säulen für ein erfüllendes Leben füllt Bücher. Purpose sehen wir bei zentor allerdings als den wichtigsten Baustein für ein erfülltes oder “sinnstiftendes” Leben. Insbesondere die Identifikation mit einer Sache die größer ist als wir selbst, gibt unserer Existenz einen Berechtigung, und eine Bedeutung in einem großen Ganzen. Psychoanalytiker würden hier vermutlich auch noch mit der Angst vor der eigenen Vergänglichkeit argumentieren. Purpose bzw. Sinn spielt auf der Ebene des Verstandes, im Vergleich dazu spielt der Kontakt mit Mitmenschen eher auf einer sozialen/evolutionären Ebene und Leidenschaft auf einer emotionalen Ebene unserer Bedürfnisse.

Paradoxerweise scheint sich Sinn allerdings häufig einem logisch-analytischem Ansatz zu entziehen. Je weniger wir uns anstrengen, mithilfe unseres Verstandes endlich Sinn zu finden, desto eher erschließt er sich uns. Vielleicht erklärt das auch Aristoteles Zitat “Vergeblich klopft, wer ohne Wein ist, an der Musen Pforte” oder warum neuere Studien mit Pilzen (psilocybin) helfen können Menschen Bedeutung* zu finden.

*z.B. Griffiths, R. R., Richards, W. A., McCann, U., & Jesse, R. (2006). Psilocybin can occasion mystical-type experiences having substantial and sustained personal meaning and spiritual significance. Psychopharmacology, 187(3), 268–283.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s